Forschungsfelder

Krisenmanagement

Führung in Komplexen Einsatzlagen

 

Extreme Situationen wie bei Großschadenslagen (z. B. Terroranschläge oder Verkehrsunfälle) erfordern eine hohe Reaktions- und Handlungsfähigkeit aller beteiligten Akteure. Wie kann die Leistungsfähigkeit und Handlungssicherheit von Notfallteams verbessert werden? Traditionell werden Einsatzteams (Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei) mittels hierarchischer „command-control-chain“ Ansätze organisiert und geführt. Bei steigender Komplexität und Dynamik von Einsatzlagen und beteiligten Einsatzteams kommen dieses Prinzipien schnell an ihre Grenzen, da sie die Selbstorganisationskompetenzen nicht hinreichend einbeziehen können. Wie kann Führung in komplexen und dynamischen Schadenslagen aussehen? 


Digitale TRansformation

Wissensmanagement und Kompetenzen

Zur Analyse der gegenwärtigen digitalen Transformation in Traditionsunternehmen führen wir qualitative Tiefeninterviews durch. Die Ergebnisse werden in Fokusgruppen und mit verschiedenen Experten aus der Praxis diskutiert und in eine Best-Case-Study überführt. Die Resultate dienen als Grundlage für einen Kulturvergleich zwischen ingenieurgeprägten KMU und den „born digitals“. Ziel ist die Entwicklung eines  Wissens- und Kompetenzmanagements für kleine und mittelständische Unternehmen. 


Hochleistungsteams

Hochleistungsmanagement

Seit gut fünfzehn Jahren beschäftigen wir uns, zusammen mit unterschiedlichen Forscherteams mit dem Thema „Hochleistung“, wobei sowohl die Faszination und das Interesse an besonderer Leistung, als auch an den Entstehungsbedingungen dieser Leistung im Vordergrund steht. Im Rahmen unserer Untersuchungen konnten wir signifikante Gemeinsamkeiten zwischen völlig unterschiedlichen Teams feststellen. Diese Prinzipien von Hochleistungsteams lassen sich anhand von 6 Faktoren beschreiben:   



Virtuelle Teams

Optimierung virtueller Collaboration

Das erste Hauptziel des Verbundprojektes ist die Entwicklung und Pilotierung einer virtuellen Arbeitsweise, die den Aufbau und Transfer von Wissen in mittelständischen Unternehmen unterstützt. Das zweite  Hauptziel des Projektes besteht in der Erprobung und Validierung der Methode in der Praxis der Verbundunternehmen. Aufgrund der Corona bedingten weltweiten Einschränkungen direkter Zusammenarbeit, zunehmender Digitalisierungs- und Internationalisierungstendenzen nimmt die Bedeutung virtueller Arbeitsformen zu. Allerdings ist die räumlich getrennte Zusammenarbeit mit besonderen Herausforderungen verbunden: Die physische Distanz der Teammitglieder erschwert den Transfer und das Generieren neuen Wissens. In der Praxis steht bislang die technische Entwicklung und Optimierung digitaler Informationssysteme im Vordergrund, während Fragen nach der Arbeitsorganisation und gemeinsamen Nutzung dieser Tools vernachlässigt werden. Das Forschungsprojekt WiViTe untersucht, wie der digitale Wissenstransfer und die Wissensgenerierung in virtuellen Teams effizient gestaltet werden kann. Ziel ist die Entwicklung und praktische Erprobung einer neuartigen arbeits-, organisations- und informationswissenschaftlichen Arbeitsweise. Diese basiert auf einer digitalen Plattform, um den Aufbau, Transfer und die Vernetzung von Wissen in der virtuellen Zusammenarbeit zu unterstützen. Im Forschungsprojekt werden die Besonderheiten und Herausforderungen des digitalen Wissenstransfers und der -generierung in virtuellen Teams empirisch analysiert. Die daraus resultierenden Anforderungen bilden den Ausgangspunkt für die Entwicklung eines ganzheitlichen Ansatzes zur Gestaltung und Organisation digitaler Wissensprozesse (WiViTe-Konzept). Basierend auf diesem sozio-technischen Framework werden konkrete Gestaltungsmaßnahmen abgeleitet und in eine Methode zur Optimierung digitaler Wissenstransfer- und Wissensgenerierungsprozesse überführt. Der virtuelle Austausch und Vernetzung erfolgt über eine IT-Plattform, die eine barrierefreie Einbindung verschiedener Tools ermöglicht, v.a. Email, Video-Konferenzsysteme und Soziale Netzwerke. Nutzen und Anwendbarkeit der Methode werden in den beteiligten Teams praxisnah in den beteiligten KMU erprobt und evaluiert. Die Ergebnissen können helfen die digitale Arbeitswelt der Zukunft zu gestalten.


Praxismanagement

Prozess- Team und INFo-management

Gute Entscheidungen in der medizinischen Versorgung sind in hohem Maße von der Ressource Wissen abhängig. Dennoch spielt das aktive und zielgerichtete Wissensmanagement in der Gesundheitsbranche bisher eine untergeordnete Rolle. Insbesondere im Bereich der ambulanten Gesundheitsversorgung (niedergelassene Ärzte) mangelt es an theoretisch fundierten und praxisorientierten Konzepten und Maßnahmen für ein effektives Management wissensintensiver Prozesse, zum Beispiel für die Identifizierung aktuellen medizinischen Fachwissens (Stichwort: Evidenzbasierte Medizin)  und  für den Wissensaustausch zwischen Ärzten, Schwestern und Patienten.

In einer ersten Phase des Forschungsprojekts wurde auf der Grundlage von umfangreichen Leitfadeninterviews mit Experten im Gesundheitssystem, Ärzten und Praxispersonal  ein Prozeßmodell PROTEIN (Prozess- Team- und Informations-/Wissensmanagement) für ein exzellentes Praxismanagement  entwickelt. 


Disaster Resilience

Lernen aus Großschadenslagen

Um sich besser auf mögliche Schadensszenarien vorbereiten oder bereits eingetretene Schadenslagen erfolgreich bewältigen zu können, bedarf es einer hohen Widerstandsfähigkeit des Systems Katastrophenschutz, der sog. disaster resilience. Dies setzt gezielte organisationale Lernprozesse voraus. Dies betrifft besonders Großschadenslagen, bei denen eine Vielzahl und Vielfalt an Akteursgruppen unter erschwerten Bedingungen und mit unterschiedlichen Zielen und Verantwortungsbereichen sowie teils konträren Führungsstrukturen und -kulturen zusammenarbeiten. Wissenschaftliche Untersuchungen lassen erkennen, daß die Nachbereitungsphase von Großschadenslagen zumeist mehr von Schuldzuweisungen, als von systematischen Lernprozessen geprägt ist. Vor diesem Hintergrund stellen wir im Rahmen unserer Forschung folgende Fragen:

Wie lernen verschiedene Einsatzorganisationen in kritischen Einsatzlagen als Netzwerk? Wie kann dieses Netzwerklernen beschrieben werden und welche Faktoren nehmen hierauf Einfluss? Inwiefern tragen Katastrophenschutzübungen zum Netzwerklernen von Einsatzorganisationen bei? In Kooperation mit Einsatzorganisationen im Land Sachsen und Brandenburg werden organisationsübergreifende Katastrophen-schutzübungen wissenschaftlich begleitet,